Richtungswechsel setzt sich dafür ein, gelebte Erfahrung (Lived Experience) als zentrale Wissensquelle fest in der Gestaltung unserer Programme, politischen Positionierung, Praxisentwicklung und im Einsatz für ein menschlicheres und wirksameres Justizsystem, zu verankern.

Wir sind der Überzeugung, dass Menschen mit direkter Erfahrung im Justizsystem nicht nur konsultiert werden sollten, sondern echte Möglichkeiten haben sollten, Entscheidungen mitzugestalten und die Maßnahmen zu prägen, die ihr eigenes Leben betreffen.

Ein zentraler Baustein dieses Ansatzes ist die Einrichtung des Lived Experience Youth Advisory Think Tank (LEYATT), eines Gremiums junger Menschen mit gelebter Erfahrung im Justizsystem. LEYATT bietet jungen Menschen die Möglichkeit zur Mitgestaltung von Richtungswechsel’s Programmen, politischer Arbeit, Advocacy und Organisationsentwicklung – und schafft zugleich Möglichkeiten für Führungserfahrung und  Kompetenzentwicklungen.

Im Rahmen dieses Engagements entwickelt Richtungswechsel stärkere organisatorische Rahmenbedingungen für eine ethische, sichere und fair vergütete Beteiligung von Menschen mit gelebter Erfahrung – mit klaren Vorgehensweisen zu Schutzmaßnahmen (Safeguarding), Rekrutierung, Bezahlung, Zugänglichkeit, Einwilligung und Rechenschaftspflicht. Diese Arbeit wird in Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen und Spezialist:innen für gelebte Erfahrung, wie Dwayne Antojado, entwickelt, um sicherzustellen, dass die Beteiligung mehr als symbolisch und an guter partizipativer Praxis ausgerichtet ist.

Mit dieser Arbeit will Richtungswechsel dazu beitragen,
gelebte Erfahrung von einer Randposition in der Justizreform zu einer anerkannten und geschätzten Form von Expertise zu verschieben
und aufzuzeigen, wie Organisationen ihre Macht bedeutungsvoller mit jenen Menschen teilen können, die von den Systemen, die sie verändern wollen, am unmittelbarsten betroffen sind.

Core Commitments

Rahmen:
Vollständig genehmigte ethische Richtlinie zu Rekrutierung, Bezahlung, Schutzmaßnahmen (Safeguarding), Zugänglichkeit und Austrittsprotokollen
Kapazitätsaufbau:
8-moduliges Lernprogramm für Erwachsene sowie ein 8-moduliges Schulungspaket für Jugendliche, unterstützt durch Coaching- und Train-the-Trainer-Angebote
Führung:
Ein voll funktionsfähiges LEYATT mit ca. 12 bezahlten Mitgliedern, einschließlich Jugend-Co-Vorsitzenden mit klar definierten Entscheidungsrechten
Umsetzung:
10 moderierte Think-Tank-Sitzungen, strukturierte Check-ins, Partner-Briefings sowie ein jährlicher Reflexionsprozess
Impact Tracking: 
Partizipatives MEL-System (Monitoring, Evaluation, Learning) zur Messung von Zugang, Einfluss/Machtverteilung, Wohlbefinden und systematischer Rechenschaftspflicht
Wissenstransfer:
Open-Source-Replikations-Toolkit, Fallstudien sowie ein von PRI unterstütztes Symposium zum Praxistransfer

Ergebniss- und Verifizierungsrahmen 

Ergebnisbereich

01. Organisatorische Bereitschaft 

02. Befähigung und Handlungsfähigkeit von Jugendlichen 

03. Einfluss auf Entscheidungen 

04. Veränderung der Praxis bei Erwachsenen 

05. Übertragbares Modell 

Erwartete Veränderungen bis Dez. 2027

RW verabschiedet und setzt ein einheitliches Rahmenkonzept für Mitbestimmung, Vergütung, Personalbeschaffung und Schutzmaßnahmen um.

LEYATT-Mitglieder berichten von gestärktem Selbstvertrauen, strategischem Wissen, kollektiver Wirksamkeit und Entscheidungskompetenz

Die Analyse der Jugendbefragung führt nachweislich zu einer Anpassung der Strategie, der Programmgestaltung, der Praxis der Partner oder der Positionen in der Interessenvertretung von RW.

RW und die Mitarbeiter der Partnerorganisationen wenden traumagerechte, ethische Methoden der Zusammenarbeit an, mit einem Bewusstsein für die eigene Machtposition. 

Externe Organisationen können das LEYATT-Rahmenwerk korrekt interpretieren, anpassen und als Ressource nutzen 

Überprüfung & Nachweis

Unterlagen zur Genehmigung von Richtlinien, Prüfungen der Umsetzung, Befragungen von Mitarbeitern und Aktenprüfungen

Ausgangs-, Zwischen- und Abschlussbewertungen, Reflexionsgespräche und Lernportfolios

Einflussprotokoll, formelle Entscheidungsantworten, Fallstudien und Protokolle der Vorstandssitzungen

Ausbildungsbewertungen, Beobachtungsrubriken, reflektierende Supervision und Konformitätsprüfungen

Toolkit zur Umsetzung, Schulungsmaterialien, Tagungsberichte, Umsetzungspläne und Feedback von Fachkollegen